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Auch erlaubnisfreie Armbrüste müssen ungeladen und in einem verschlossenen Behältnis aufbewahrt werden.

Armbrust aufbewahren: Was das Waffengesetz verlangt

Die Armbrust kommt vom Schießstand zurück, wird entspannt in den Kofferraum gelegt und landet zu Hause erst mal hinter der Garderobe. Genau dort steht sie dann drei Wochen. Wer eine Armbrust aufbewahren will, ohne sich angreifbar zu machen, muss wissen, dass dieser Gegenstand rechtlich kein Sportgerät wie ein Tennisschläger ist — auch wenn er sich frei kaufen lässt.

Der Irrtum ist verbreitet und verständlich: Für Erwerb und Besitz brauchst du weder Waffenbesitzkarte noch Waffenschein. Daraus schließen viele, das Waffengesetz habe mit einer Armbrust nichts zu tun. Das Gegenteil ist der Fall.

Warum die Armbrust doch unter das Waffengesetz fällt

Armbrüste sind in Anlage 1 Abschnitt 1 Unterabschnitt 1 Nr. 1.2.3 WaffG den Schusswaffen gleichgestellt. Erfasst werden Geräte, bei denen bestimmungsgemäß feste Körper gezielt verschossen werden und deren Antriebsenergie durch Muskelkraft eingebracht und durch eine Sperrvorrichtung gespeichert wird. Genau das beschreibt eine Armbrust: Du spannst die Sehne, ein Fangmechanismus hält die Energie, der Abzug gibt sie frei.

Ein Recurvebogen tut das nicht — er speichert nichts, sobald du loslässt. Deshalb ist der Bogen waffenrechtlich anders zu behandeln als die Armbrust, obwohl beide Pfeile verschießen. Dieser Unterschied ist der Kern der ganzen Sache.

Was aus der Gleichstellung folgt:

  • Erwerb und Besitz sind erlaubnisfrei — Anlage 2 WaffG stellt Armbrüste von der Erlaubnispflicht frei. Keine WBK, kein Waffenschein, keine Anmeldung.
  • Erst ab 18 Jahren. Der Umgang mit Waffen setzt nach § 2 Abs. 1 WaffG Volljährigkeit voraus. Seriöse Händler prüfen das Alter, auch online.
  • Die Aufbewahrungspflicht gilt. Und das ist der Punkt, den fast alle übersehen.

Was das Gesetz beim Armbrust aufbewahren mindestens verlangt

Zwei Vorschriften greifen ineinander. § 36 Abs. 1 WaffG verpflichtet dich ganz allgemein, die erforderlichen Vorkehrungen zu treffen, damit die Waffe nicht abhandenkommt und Dritte sie nicht unbefugt an sich nehmen. Konkret wird es in § 13 Abs. 2 Nr. 1 AWaffV: Waffen, deren Erwerb von der Erlaubnispflicht freigestellt ist, sind ungeladen und mindestens in einem verschlossenen Behältnis aufzubewahren.

Das ist die unterste Stufe der Aufbewahrungsleiter. Die strengen Anforderungen, über die Sportschützen und Jäger sprechen — zertifizierte Sicherheitsbehältnisse nach EN 1143-1 in Widerstandsgrad 0 oder 1 —, gelten für erlaubnispflichtige Waffen. Bei deiner Armbrust greifen sie nicht.

Bevor jetzt jemand erleichtert aufatmet: „Verschlossenes Behältnis“ ist eine Mindestanforderung, keine Empfehlung. Formal erfüllt ein abschließbarer Kleiderschrank den Wortlaut. Praktisch ist das eine schlechte Idee, und zwar aus Gründen, die mit dem Gesetz wenig und mit dem Alltag viel zu tun haben.

Warum der Stahlschrank mit Schwenkriegelschloss die richtige Antwort ist

Ein Stahlschrank mit Schwenkriegelschloss übertrifft die gesetzliche Anforderung deutlich — und kostet dabei weniger, als die meisten vermuten. Der entscheidende Unterschied steckt in der Verriegelung.

Ein einfacher Schrankverschluss hält die Tür an genau einer Stelle. Setzt jemand dort ein Brecheisen an, arbeitet er gegen einen einzigen Punkt. Ein Schwenkriegelschloss fährt beim Abschließen mehrere Riegel gleichzeitig aus — nach oben, nach unten und zur Schlossseite. Die Tür wird an mehreren Punkten gleichzeitig gehalten, und die Hebelkraft verteilt sich auf Stellen, an die man nicht gleichzeitig herankommt.

Ebenso wichtig und oft übersehen: die Bandseite. Gute Stahlschränke haben dort feststehende Bolzen, die beim Schließen in den Rahmen greifen. Wer die Scharniere abflext, kann die Tür trotzdem nicht herausheben — sie hängt weiter in den Festbolzen. Ein Schrank, der nur an der Schlossseite verriegelt, verliert diesen Kampf in einer Minute.

Worauf du beim Kauf achten solltest:

  • Schwenkriegel statt Einfachverschluss, mit mindestens drei bis vier ausfahrenden Riegeln.
  • Feststehende Bolzen auf der Bandseite — der Punkt, an dem billige Schränke sparen.
  • Verankerung in Wand oder Boden. Ein 30-Kilo-Schrank, der nicht verschraubt ist, wird komplett mitgenommen und in Ruhe woanders geöffnet. Die Dübellöcher sind bei fast allen Modellen vorbereitet.
  • Innenmaß prüfen. Eine Compoundarmbrust ist breiter, als man denkt. Miss vorher über die Wurfarme, nicht über den Schaft.
  • Ein Fach oder eine Kassette für Kleinteile, damit Spannhilfe, Zielfernrohr und Sehnenwachs nicht lose herumliegen.

Stahlschränke nach der alten VDMA-Norm 24992 sind für erlaubnispflichtige Waffen inzwischen weitgehend Geschichte, für freie Waffen aber weiterhin eine völlig legale und robuste Lösung. Wenn dir ein solcher Schrank gebraucht über den Weg läuft, ist er für diesen Zweck mehr als ausreichend.

Was sonst noch in denselben Schrank gehört

Der eigentliche Gewinn: Ein Schrank löst mehrere Probleme auf einmal. In vielen Haushalten liegen weitere erlaubnisfreie Waffen herum, für die dieselbe Vorschrift gilt — und die genauso oft in der Schublade landen.

  • Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen mit PTB-Zulassung. Sie sind Schusswaffen im Sinne des Gesetzes, erlaubnisfrei erwerbbar ab 18, und fallen unter dieselbe Aufbewahrungsregel.
  • Luftdruckwaffen bis 7,5 Joule mit dem F im Fünfeck.
  • Pfeile und Bolzen. Rechtlich keine Munition, praktisch das Gefährlichste im Haushalt, wenn Kinder drankommen. Jagdspitzen sind rasiermesserscharf.

Was in unserer Kategorie Selbstverteidigung & Tierabwehr zu finden ist, gehört größtenteils ebenfalls weggeschlossen — nicht wegen des Gesetzes, sondern weil Pfefferspray in Kinderhänden ein Notarztbesuch ist.

Die Armbrust selbst richtig einlagern

Beim Armbrust aufbewahren geht es nicht nur um Sicherheit, sondern auch um die Technik. Zwei Dinge zerstören Armbrüste im Schrank leise vor sich hin:

Gespannt lagern ist der klassische Fehler. Eine dauerhaft gespannte Sehne verliert Vorspannung, die Wurfarme setzen sich, und im schlimmsten Fall bricht ein Wurfarm beim nächsten Schuss. Immer entspannt in den Schrank — das ist ohnehin gesetzlich gefordert, weil die Waffe ungeladen aufzubewahren ist.

Feuchtigkeit ist der zweite Killer. Ein Stahlschrank in einem kühlen Keller schwitzt. Ein Beutel Trockenmittel im Schrank kostet ein paar Euro und verhindert Flugrost an der Schiene und Stockflecken an der Sehne. Die Sehne selbst dankt es dir, wenn du sie vor dem Einlagern wachst.

Zubehör wie Ersatzsehnen, Wurfarme und passende Bolzen findest du in unserem Armbrust-Zubehör; die Modelle selbst stehen in der Kategorie Armbrust.

Der Weg zum Schießstand

Unterwegs gilt: entspannt, in einem verschlossenen Behältnis, nicht zugriffsbereit. Eine Armbrust quer über der Schulter durch die Fußgängerzone zu tragen, ist keine gute Idee — auch dann nicht, wenn du auf dem Weg zum Training bist. Ein Transportkoffer oder ein Rucksack, der sich verschließen lässt, erledigt das Thema. Im Auto gehört sie in den Kofferraum, nicht auf den Beifahrersitz.

Und ein Punkt, der immer wieder für Diskussionen sorgt: Die Jagd mit der Armbrust ist in Deutschland nicht zulässig und streng verboten. 

Der Fall, für den du das eigentlich machst

Ehrlich betrachtet ist der Einbrecher nicht dein Hauptrisiko. Das häufigere Szenario ist banaler: Besuch mit Kindern, ein neugieriger Zwölfjähriger, ein unbeaufsichtigter Nachmittag. Eine Armbrust ist intuitiv bedienbar — im Gegensatz zu einer Feuerwaffe versteht ein Kind sofort, wie sie funktioniert.

Kommt es dazu, steht neben der waffenrechtlichen Frage sofort die zivilrechtliche im Raum: Verkehrssicherungspflicht nach § 823 BGB, Aufsichtspflicht nach § 832 BGB. Ein verschlossener Stahlschrank ist in dieser Situation nicht nur der bessere Schutz, sondern auch der Nachweis, dass du deiner Sorgfaltspflicht nachgekommen bist.

Das ist der eigentliche Grund für den Schrank. Der Gesetzestext ist nur die untere Grenze.


Dieser Beitrag gibt den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder und ersetzt keine Rechtsberatung. Das Waffenrecht wird laufend geändert, einzelne Bundesländer setzen eigene Akzente. Im Zweifel fragst du bei deiner zuständigen Waffenbehörde nach.

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