Einen Notvorrat aufbauen ist 2026 keine Panikmache, sondern Bürgerpflicht: Was passiert, wenn Supermärkte drei Tage geschlossen bleiben? Diese Frage stellt sich spätestens, wenn Hochwasser, Sturm oder ein Stromausfall die Region trifft. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) empfiehlt seit Jahren einen Notvorrat für 10 Tage – und liefert mit seiner Checkliste eine klare Richtschnur. In diesem Ratgeber gehen wir die Liste Schritt für Schritt durch.
Warum ein Notvorrat?
Ein Notvorrat schützt dich vor kurzfristigen Versorgungsengpässen. Egal ob Pandemie, Unwetter oder Lieferkettenprobleme – wer Vorräte hat, bleibt handlungsfähig. Das BBK formuliert es nüchtern: Wer vorbereitet ist, entlastet im Ernstfall auch die Hilfskräfte.
Die BBK-Checkliste für 10 Tage
1. Trinkwasser – 20 Liter pro Person
Pro Person rechnet das BBK mit 2 Litern Trinkwasser am Tag – plus Wasser zum Kochen und für Hygiene. Lagere Mineralwasser in PET-Flaschen oder Kanistern. Als Backup gehören ein Wasserfilter und Micropur Forte in jeden Haushalt.
2. Lebensmittel – kalorienreich & lange haltbar
Das BBK empfiehlt pro Person und Tag rund 2.200 kcal. Setze auf eine Mischung aus:
- Getreideprodukten (Nudeln, Reis, Haferflocken)
- Hülsenfrüchten (Linsen, Bohnen, Erbsen)
- Konserven (Gemüse, Obst, Fisch, Fleisch)
- Fett und Öl
- Zucker, Salz, Honig
- Getränken (Säfte, H-Milch, Kaffee, Tee)
Wer es einfacher mag, ergänzt mit gefriergetrockneten Outdoor-Mahlzeiten aus unserer Notnahrung-Kategorie – die halten bis zu 25 Jahre und sind in Minuten zubereitet.
3. Hausapotheke & Hygiene
Verbandsmaterial, Schmerzmittel, persönliche Medikamente, Desinfektionsmittel, Fieberthermometer, Pflaster. Achte auf das Haltbarkeitsdatum und prüfe deine Apotheke einmal jährlich. Bei der Hygiene: WC-Papier, Müllbeutel, Seife, Zahnpasta, Damenhygiene und – nicht vergessen – ein paar Liter Wasser fürs Waschen.
4. Energie & Licht
Fällt der Strom aus, brauchst du Alternativen. Pflicht in jedem Haushalt:
- Taschen- und Stirnlampen plus Ersatzbatterien
- Kerzen und Streichhölzer / Feuerzeug
- Kurbelradio mit Akku
- Powerbank für Smartphone
- Gas- oder Spirituskocher mit ausreichend Brennstoff
5. Dokumente & Bargeld
Wichtige Dokumente gehören in eine wasserdichte Mappe: Personalausweis, Geburtsurkunde, Versicherungspolicen, Stammbuch, ärztliche Atteste. Lege außerdem etwas Bargeld in kleinen Scheinen bereit – Kartenzahlung funktioniert ohne Strom nicht.
6. Notgepäck
Für den Fall, dass du dein Zuhause verlassen musst: Ein Rucksack mit Wechselkleidung, Schlafsack, Hygieneartikeln, Notnahrung, Dokumenten, Bargeld und Erste-Hilfe-Set. Tipp: Stelle den Notrucksack an einen leicht erreichbaren Ort.
Vorrats-Rotation: Damit nichts verdirbt
Ein Notvorrat ist kein Tresorinhalt. Verbrauche regelmäßig aus dem Vorrat und kaufe nach – so bleiben Lebensmittel frisch und du gewöhnst dich an die Produkte. Das BBK nennt das Prinzip „First in, first out„.
Was kostet ein 10-Tage-Notvorrat?
Für eine vierköpfige Familie kommen je nach Geschmack 250 bis 500 € zusammen. Klingt viel, aber: Diese Vorräte verbrauchst du sowieso – du verschiebst nur den Einkaufszeitpunkt nach vorn. Spezialprodukte wie Notnahrung und Wasserfilter sind eine einmalige Investition.
Unser Tipp
Fang klein an. Eine Kiste Wasser, eine Tüte Reis, eine Packung Nudeln, ein paar Konserven – das ist der Anfang. Nach drei Wochen ist die Familie versorgt. Wenn du die Vorbereitung gegen einen flächendeckenden Stromausfall noch weiter denken willst, lies unseren ausführlichen Ratgeber Blackout vorbereiten.
Alle Produkte zur Krisenvorsorge findest du gebündelt auf unserer Themenseite Alles für den Blackout.
Wo lagerst du deinen Notvorrat richtig?
Der ideale Lagerort ist kühl, dunkel und trocken – ein Keller, die Speisekammer oder ein Abstellraum eignen sich am besten. Vermeide direkte Sonneneinstrahlung und starke Temperaturschwankungen, da diese die Haltbarkeit vieler Lebensmittel deutlich verkürzen. Lagere Wasser und schwere Konserven möglichst weit unten, damit Regale nicht überlastet werden. Beschrifte alle Vorräte mit dem Kaufdatum, damit die Rotation nach dem First-in-first-out-Prinzip reibungslos funktioniert. Wer wenig Platz hat, nutzt auch Betten, Schränke oder den Kofferraum als zusätzlichen Stauraum, um seinen Notvorrat aufzubauen.
Notvorrat für Haustiere nicht vergessen
Auch Hunde, Katzen und andere Haustiere brauchen im Ernstfall Versorgung. Plane pro Tier mindestens 10 Tage Futter sowie ausreichend Trinkwasser ein und lagere beides zusammen mit dem restlichen Notvorrat. Ergänze Leine, Transportbox, Kotbeutel und eine Kopie des Impfausweises für den Fall einer Evakuierung. Auch persönliche Medikamente für chronisch kranke Tiere gehören in den Vorrat, ebenso wie ein kleines Spielzeug, das für Ablenkung und Ruhe sorgt.